Alhambra, 2017

Haltestelle, Klebefoliendruck, shutterstock-Fotomotive, Rollrasen,
Basaltsplitt, Farbe, Kissen, Liegestühle
St.Open #4, Zusammenarbeit mit Julia Weißenberg

Installationsansicht Kleine Alhambra im Grüngürtel, Köln

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Die vierte Haltestelle von St.Open befindet sich inmitten der sogenannten „Kleinen Alhambra“, einem Teil des Kölner Grüngürtels im Stadtteil Nippes. Die Kleine Alhambra wurde im Rahmen der Planung des Inneren Grüngürtels im Auftrag Konrad Adenauers 1922 von Fritz Schumacher entworfen.
Damals verfolgte die Stadt das Ziel, der Bevölkerung Orte der Natur und Erholung sowie Stätten der Bildung und des Sports zu bieten. Neue kulturelle Werte und soziale Reformbestrebungen am Anfang des 20. Jahrhunderts bildeten den Impuls für das ambitionierte, demokratische Projekt, dessen Realisierung zu einer kultivierten Entwicklung der städtischen Lebenswelt beitrug.
Heute ist der moderne Bürgerpark in seiner Existenz bedroht: die gartenkünstlerische Schmuckanlage Kleine Alhambra, die sowohl wichtige klimatische und ökologische Funktionen im städtischen Ballungsraum leistet, leidet unter mangelnder Pflege und Verwahrlosung, während die angrenzenden Kleingärten des Vereins Flora dem Wohnungsbau weichen sollen, wogegen sich die Initiative "Die Grüne Lunge" engagiert.
Der Kölner Garten mit seinem stillgelegtem Brunnen in dem zentralen Senkgarten hat heute mit der andalusischen Alhambra nicht mehr viel gemeinsam.

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Die Alhambra gilt als eines der schönsten Beispiele islamischer Kunst und verkörpert exemplarisch die sogenannte Blütezeit des Islams. Gerade im Zusammenhang mit der ersten Periode im damaligen von den Mauren beherrschten Al-Andalus (711 - 1492) ist immer wieder die Rede von einem
friedlichen Miteinander der drei monotheistischen Offenbarungsreligionen.
Darüber hinaus ist sicher, dass gerade im Hinblick auf die Wissenschaften, Philosophie und die Künste die sogenannte Blütezeit des Islams großen Einfluss auf unsere christliche Kultur genommen hat.
In den letzten Jahren wurde der Islam jedoch leider häufig im Zusammenhang mit Terroranschlägen und der Flüchtlingsdebatte erwähnt.
Die Arbeit möchte sich auf die intellektuelle Fülle konzentrieren, die sich am Bauwerk der Alhambra manifestiert und ablesen lässt. Gleichzeitig ist die Alhambra heutzutage eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Europas und seit 1984 Weltkulturerbe.

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Auf die andalusische Alhambra verweisend, wurde die Kleine Alhambra direkter Bestandteil der Haltestelle und zum Ort der Begegnung, Information und der Imagination.
Die vernachlässigte Kleine Alhambra wurde durch gezielte Eingriffe wieder in einen ansehnlichen und einladenden Zustand gebracht: Der kaum mehr sichtbare und mit Löwenzahn übersäte Gehweg um den stillgelegten Brunnen wurde gejätet und mit Basaltsplitt aufgefrischt, Rollrasenstreifen wurden in
den vorhandenen Wiese um den Senkgarten integriert, und zur Eröffnung wurden farbige Sitzkissen ausgelegt.
Die Haltestelle, mit direktem Blick auf den Senkgarten, wurde zum hellen Pavillon, der mit typischen Abbildungen der spanischen Alhambra auf Klebedruckfolie die Außensicht auf die Alhambra und im Innenteil der Haltestelle den Löwenhof mit seinen Stalaktiten zeigt und mit dem umgebenden Park
der Kleinen Alhambra verbindet. Liegestühle an der Haltestelle bieten Sitzmöglichkeit und eine Möglichkeit zum Verweilen.
Die Kleine Alhambra wurde so kurzzeitig reaktiviert und ihr Anerkennung gezollt.

Alhambra