If it is not here, it must be there (Vicinity), 2017

Haltestelle, Nadine Müseler (Kulturamt Köln) und Cornelia Daheim (Zukunftsforscherin) auf den Klapprädern, Angus78 & Freaki an den Sprühflaschen, Auto Obermann am Kran
St.Open #2, Zusammenarbeit mit Sina Seifee

Installationsansicht Klingelpützpark, Köln

Theos

Im Klingelpützpark wurde eine einmalig stattfindende Intervention
inszeniert, die aus drei parallel verlaufenden Aktionslelmenten mit
folgenden „Darstellern“ bestand:
1. Die Haltestelle wurde live mit einem LKW antransportiert und
durch einen Kranfahrer vor Publikum aufgebaut.
2. Langsam erschienen unangekündigt die von uns beauftragten
Graffitikünstler auf der „Spielfläche“. Auf der gegenüberliegenden
Rampe begannen sie mit dem Grundieren für ein Bild von Giovanni
Bragolin, der berühmt ist für seine weinenden Kindergemälde,
denen eine Moderne Sage anhaftet.
Die Rampe als Fläche zu nutzen wurde uns, da sie zuvor schon mit Graffiti versehen war, von der Stadt mit Ausnahme genehmigt. Normalerweise entstehen Graffitis nachts, man begegnet ihren Aktionen am Tage nicht.
3. Wir haben ein Treffen zwischen Nadine Müseler vom Kulturamt
der Stadt Köln, die sich insbesondere für Kunst im öffentlichen
Raum und alternative Ausstellungsräume engagiert, und Cornelia
Daheim, Zukunftsforscherin, die sich in Vorträgen und in Zusammenarbeit
mit Unternehmen und Regierungen auf Themen zu Arbeitsmodellen, Wirtschaftentwicklung und Raumplanung spezialisiert hat und mit alternativen Vermittlungs- und Verhandlungstechniken und -räumen arbeitet, als „Blind-Date“ experimenteller Feldspezialisten arrangiert.
Sie trafen sich am Kölner Kulturamt, etwa 20 min vom Aktionsort
entfernt. Während der Fahrt mit gleichaussehenden Klapprädern,
die wir stellten, konnten sie sich kennenlernen. Sie trafen im Park, vorbei am gegenüberliegenden Entstehungsort des Graffitis, kurz nach dem Aufbau der Haltestelle ein und schlossen die Räder an der Haltestelle an.

Theos Theos Theos Theos Theos Theos Theos Theos Theos Theos

Durch Eingriff, den Aufbau der Haltestelle, nahm man an der Veränderung des Parks durch einen neuen architektonischen Raum teil. Der Klingelpüzpark ist berühmt wegen seines ehemaligen Gefängnisses, das in den 70ern abgerissen wurde. Heute wird dort, in gewisser Weise sich fortsetzend, ein breit angelegtes Bildungszentrum um den Park gebaut, wogegen die Bügerinitiative Klingelpütz langjährig protestierte. Der Blick von der Haltestelle aus geht über den Basketballplatz und das Graffiti auf den MediaTower Kölns mit einer Lichtarbeit des Künstlers Prof. Heinz Mack. Die Aktion fand als urbane Erzählung statt, indem sich das Spektakel mit Nachbarschaft, Private Moments und Themen um die Aneignung von öffentlichem Raum kreuzen auf dem Schauplatz kurzweilig lebendig werden. Der Betrachter taucht plötzlich selbst in dem Geschehen auf - im Überlappen von Zeit, Sicht- und Unsichtbarkeit, Information, Geschehen, Architektur, kommunikativen Interfaces und rationalen Systemen innerhalb eines Stadtraums. Wie ein Hybrid aus Skulptur und dem Versuch einer festen Präsenz in Zeit und Raum verschwand und verschwamm die Aktion langsam in und mit dem Park und wurde schon während der Aktion zum Teil des Ambiente des Parks, das es für die meisten Besucher des Parks ohnehin schon geworden war.

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