The shadows in shade (and) you made (me), 2017

Two windows, sticker, rectangular steel tube 159,2 x 74,2 x 149 cm, 109,5 x 74,4 x 124,1 cm

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Unmittelbar neben dem großen Schaufenster im Ausstellungsraum befindet sich die Arbeit The shadows in shade (and) you made (me). Die Klebemotive auf zwei ausgebauten, auf dem Boden stehenden Fenstern sind Ausschnitte aus Abbildungen aus Werbungsanzeigen, Zeitschriften und Katalogen zum Taubensport aus dem Jahre 1980 bis heute (*1). Weitere stammen aus der Timeline von WeChat von Taubenzüchtern und Mitarbeitern,die regelmäßig ein Update über aktuelle Rennen, Siege, Haltung und themenähnliches in Bild und Text posten.
Die vielfältige Gestalt und Geschichte um die Brieftaube überlagert sich stetig.So vermengen sich in der Arbeit fragmentartig beispielsweise die Signatur des Malers Andrew Beer (1862-1954) (*2), der als begeisterter Taubenliebhaber schon damals besondere Reisetauben in Ölgemälden lebensgroß malte, mit den eindringlichen Werbungsanzeigen und -slogans von Pharmaprodukten für Brieftauben.
Genforschung und Technik kreuzen Architektur, Landschaft und Theorie. Die Abbildung „Seeking Wisdom - From Darwin to Munger“ ist von einem post auf wechat von Xing Wei`s Assistentin (berühmt durch sein Kaier Pigeon Loft). Es handelt sich um ein Buch, das mit einer Weisheit Konfuzius beginnt: „A man who has committed a mistake and doesn‘t correct it, is committing another mistake.“ Der Taubenmarkt hat sich weltweit, besonders aber in China, zu einer ganz speziellen und autarken Welt entwickelt. Wie in einem Pool vereinen sich hier wirtschaftliche, industrielle, soziale und kulturelle Interessen mit dem Ziel, die besten Tauben zu züchten um möglichst viele Siege zu erzielen. Das Taubenzüchten zieht sich international durch kleine private Taubenschläge bis hin zu riesigen und durchorganisierten Pigeon-Lofts mit professionellen Trainern und Haltungs- und Versorgungssystemen.

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(*1) Titel der Zeitschriften aus dem chinesischen und taiwanesischen ins englische übersetzt: „Sound of the Pigeon“, 1980; „Pigeon Racing file“, 2017; „Ace-Pigeon Magazine“, 1985; „Top Collections International“, untersch.Jahresausgaben; ua.

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(*2) Andrew Beer (b. 1894), Young aristocrat (+Triumph; 2 works), „Triumph“ a racing pigeon, „Young Artistocrat“ a racing pigeon, signed‚ Andrew Beer‘ (lower right and left respectively) and both with inscriptions relating to their record flights, oil on canvas, a pair:30.5 x 40.6 cm, info@christies.com, (Andrew Beer can be found in the Collection of Bristol Museum & Art Gallery, Pontypridd Museum and the Radstock, Midsomer Norton & District Museum Society)